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Welche Zukunft hat das Bewegtbild in der Online-PR der Schweizer Unternehmen?

25 Sep

Teil 6/6: Untersuchungsergebnisse der Online-Befragung zum Thema Zukunftsaussichten

In diesem letzten Blogeintrag geht’s darum, welche Perspektiven für das Bewegtbild in der Online-Kommunikation bestehen. Dass die grosse Mehrheit der befragten Unternehmen an die zukünftige Wichtigkeit dieses Instruments glaubt, zeigt das eindeutige Resultat der ersten Testfrage. Die Hypothese, welche besagt, dass Videos für die Online-Kommunikation von Unternehmen immer wichtiger werden, ist damit bestätigt.

Welche Zukunft hat das Bewegtbild in der Online-PR der Schweizer Unternehmen (n=41)?

Welche Zukunft hat das Bewegtbild in der Online-PR der Schweizer Unternehmen (n=41)?

Die Antwortmöglichkeit „wird immer unwichtiger“ hat keiner der 41 Teilnehmer gewählt. Unter „Sonstiges“ erwähnte ein Befragter, dass Bewegtbild im Zusammenhang mit Social Media immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Dass das Angebot an bewegten Inhalten weiter zunehmen wird, zeigen auch die Antworten auf eine weitere Testfrage zu diesem Thema. Um die forschungsleitende Fragestellung bestmöglich zu beantworten, wurden die Unternehmen mit einer offenen Fragestellung aufgefordert, sich darüber zu äussern, wie die Bewegtbildkommunikation ihre PR-Arbeit weiter verändern wird. Ganze 36 Teilnehmer haben diese Testfrage beantwortet. Die wortwörtlichen Aussagen sind jeweils einzeln im Anhang ersichtlich. Der nachfolgende Abschnitt ist eine Zusammenfassung davon und gibt einen Einblick in die möglichen Zukunftsaussichten von Webvideos in der Schweiz.

Unternehmen hoffen, dass Webvideos die PR-Arbeit vereinfachen werden. Mit bewegten Bildern könne man einfacher Emotionen transportieren und die PR-Ziele besser erreichen. Wer PR-Inhalte erstellt, müsse deshalb auch immer an die dazu passenden Bilder, Töne und Videos denken. Webvideos lösen vermehrt reine PR-Texte ab. Den Unternehmen ist bewusst, dass Bewegtbild mehr Ressourcen beansprucht – nicht nur weil die Videoproduktion aufwändiger sei als ein schriftlich verfasster Artikel, sondern auch weil die Ansprüche der Zuschauer steigen. Oder anders formuliert: Diese werden sich künftig gewohnt sein, zu jeder Suche ein passendes Video zu finden. Deshalb gewinne YouTube als Suchmaschine auch immer mehr an Wichtigkeit. Um als einigermassen modern angesehen zu werden, komme man um Webvideos nicht herum. Es sei ein Mehraufwand, aber auch eine Erweiterung der Kompetenzen. Grundsätzlich werde alles crossmedialer, man müsse vernetzter, flexibler und visueller denken. Die technische Ausführung alleine ist daher nicht die Hauptproblematik: „Content is King“ – die Suche nach Geschichten, Erlebnissen und Themen werde aus Unternehmenssicht zunehmen und Kommunikationsprofis beschäftigen. Schweizer Unternehmen wollen künftig noch mehr Webvideos mit den unterschiedlichsten Inhalten und Themen erstellen. Die Wichtigkeit steigt und die Einsatzbereiche breiten sich aus. Als Dialog- und Distributionskanal seien vermehrt Social Media-Plattformen einzusetzen. Passend dazu sei ein Trend vom aufwändig produzierten Imagefilm hin zu kurzen, trashigen Webvideos zu bemerken. Vor allem im Social Media-Bereich werden solche audiovisuellen Angebote vermehrt vom Nutzer gewünscht. Webvideos sollen da deshalb noch häufiger, interaktiver und dialogorientierter eingesetzt werden. Persönlich, fassbar, direkt, interaktiv, lebensnah und transparent scheinen die Schlagworte für die künftige Bewegtbildkommunikation im Web zu sein. Videos gehören immer mehr zum Alltag fast aller Zielgruppen. Alles werde mobiler und dynamischer; das Zielpublikum kann dank den unterschiedlichsten Endgeräten zeit- und ortsunabhängig abgeholt werden. Trotzdem merke man, dass Schweizer Kunden eine lokale Ansprache wünschen statt internationaler Videos, die für den amerikanischen Markt konzipiert seien.

Der Trend nach noch mehr Webvideos in vielfältigen Variationen und Einsatzgebieten ist vorhanden. Doch wie soll das Know-how für künftiges Bewegtbild in die Unternehmen geholt werden? Eine weitere Testfrage mit Mehrfachantworten zeigt auf, dass die Unternehmen dies sehr unterschiedlich bewerkstelligen wollen. Klar ist, dass viel getan wird: Nur ein einziges Unternehmen plant keine Einstellungen oder Weiterbildungen in diesem Bereich. Gemäss Angaben in den Fragebögen sollen in zehn Unternehmen Schulungen für interne Mitarbeiter stattfinden. Insgesamt 15 Unternehmen werden sogar Mitarbeiter einstellen, die bereits über nötiges Know-how verfügen. Es gibt auch solche, die noch keine konkreten Pläne haben (15 mal genannt). Dafür sind 15 Unternehmen schon so weit, dass sie bereits über geschulte Mitarbeitende verfügen. 13 Unternehmen benötigen kein internes Know-how da sie weiterhin extern produzieren lassen.

Fazit Zukunftsaussichten

Die Bachelorthesis zeigt, dass Unternehmen, die bereits Erfahrungen mit Webvideos gesammelt haben, dieses Instrument auch weiterhin für ihre Online-Kommunikation einsetzen möchten. Beim Erstellen und Nutzen von Bewegtbildinhalten ergeben sich interessante Herausforderungen und Möglichkeiten. Wie diese von Unternehmen angegangen werden, ist sehr unterschiedlich. Wer noch nicht über das notwenige Know-how verfügt, stellt Fachpersonal ein, schult interne Mitarbeitende oder / und holt sich Hilfe von aussen. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Angebot an bewegten Inhalten im Internet weiter kräftig zunimmt.

 

Wie distribuieren Schweizer Unternehmen ihre Webvideos?

21 Sep

Untersuchungsergebnisse der Online-Befragung zum Thema Distribution

Der theoretische Teil meiner Bachelorarbeit hält fest, dass Unternehmen viele Möglichkeiten haben, ihre Videos online zu stellen. Wie angenommen, wird das Videoportal YouTube von praktisch allen befragten Unternehmen bevorzugt: 38 von 41 setzen es zur Distribution ihrer Webvideos ein. Wie der folgenden Grafik zu entnehmen ist, wird auch die eigene Webseite oft als Distributionskanal genutzt. Hingegen wird der Firmenblog dazu weniger eingesetzt als erwartet. Wahrscheinlich gehören die Teilnehmer einfach nicht unter die Blogger. „Sonstiges, und zwar:“ wurde nur einmal angekreuzt, die Antwort: Google+.

Wo werden Webvideos online gestellt? Mehrfachnennung möglich (n=41)

Wo werden Webvideos online gestellt? Mehrfachnennung möglich (n=41)

Damit die Webvideos nach ihrer Veröffentlichung die gewünschte Aufmerksamkeit der Rezipienten erhalten, werden sie bestenfalls über weitere On- und Offlinemedien bekannt gemacht und vermarktet. Bei 40 von 41 Unternehmen geschieht dies mindestens über die eigene Webseite. Auch Newsletters (28 mal) und Social Media-Kanäle wie Facebook (35 mal) und Twitter (26 mal) werden gerne eingesetzt. Immerhin rund 15 Prozent der Unternehmen bewerben ihre Webvideos auch offline – beispielweise in Kunden- und Mitarbeiterzeitschriften (11 mal), Geschäftsberichten, Produktkatalogen und mit Flyern.

Fazit Distribution

Ist ein Videoprojekt realisiert, gilt es, die neuen Inhalte optimal zu präsentieren und zu platzieren. Durch die Untersuchung konnte festgestellt werden, dass die befragten Unternehmen ihre Webvideos meist über den eigenen YouTube-Channel und über die eigene Webseite online stellen. Laut Untersuchungsresultaten wird die Distribution und Publikation mehrheitlich von den Unternehmen selbst vorgenommen.

Ich würde dabei Inpage- und Suchmaschinenoptimierung vornehmen. Unternehmen, welche intern nicht über das nötige Fachwissen verfügen, sollen dafür externe Hilfe beiziehen. Sind die Webvideos erst mal online, werden sie meist über Social Media-Plattformen wie Facebook und Twitter gespreadet. Unternehmen sollten hier crossmedialer denken und sich auch offline für die Bekanntmachung ihrer Webvideos einsetzen.

Schönes Wochenende! Am Montag folgen die Ergebnisse zum Thema Evaluation von Webvideos und am Dienstag die Zuckunfseinschätzungen. Danke für euer Interesse!

Wie entstehen Webvideos für Schweizer Unternehmen?

20 Sep

Untersuchungsergebnisse der Online-Befragung

Der Theorieteil meiner Bachelorarbeit hält bezüglich der Entstehung von Webvideos fest, dass ein intelligentes Konzept ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. Jedoch zeigen die Resultate der Umfrage auf, dass nur rund 30 Prozent der 41 Schweizer Unternehmen über eine schriftliche Bewegtbildstrategie verfügen.

Verfügen Unternehmen (n=41) über eine schriftliche Bewegtbildstrategie?

Verfügen Unternehmen (n=41) über eine schriftliche Bewegtbildstrategie?

Immerhin 17 Prozent scheinen daran zu arbeiten. Die Gründe, weshalb keine Strategie vorliegt, sind sehr differenziert: Bei vier Unternehmen fehlen die dazu benötigten Ressourcen. Eines sieht eine schriftliche Bewegtbildstrategie nicht als Schwerpunkt an und ein anderes verzichtet bewusst auf ein Konzept, da es das Medium kurzfristig einsetzen möchte. Drei andere Unternehmen haben angegeben, dass sie zwar kein spezielles Konzept für Webvideos haben, das Instrument jedoch in ihrer Social Media-Strategie fester Bestandteil ist. Eine sinnvolle Vorgehensweise, wenn man beachtet, dass die Instrumente der Online-Kommunikation sehr facettenreich sein können und deren gegenseitige Abstimmung für eine integrierte Kommunikationsstrategie unerlässlich ist. Auch wenn ich die Antworten dieser drei Unternehmen zur Testfrage bezüglich einer vorhandenen Bewegtbildstrategie tendenziell eher unter „Ja“ als „Nein“ angesiedelt hätte, zeigt die Kuchengrafik ein eindeutiges Bild. Die Hypothese, dass die meisten Schweizer Unternehmen über keine schriftliche Bewegtbildstrategie verfügen, kann somit klar verifiziert werden.

Neben der Strategiefrage wurde auch in Erfahrung gebracht, welche Arbeitsschritte im Bereich Webvideo mehrheitlich eigenständig und welche wiederum von externen Dienstleistern übernommen werden.

Welche Arbeitsschritte übernehmen die Unternehmen (n=41) selbst?

Welche Arbeitsschritte übernehmen die Unternehmen (n=41) selbst?

Die Ideenfindung und Konzeption findet beim Grossteil der Unternehmen intern statt. Geht es an die konkrete filmische Umsetzung, werden für Storytelling und Drehbuch gerne auch externe Dienstleister miteinbezogen. Diese Vorgehensweise ist aus meiner Sicht vor allem dann sinnvoll, wenn unternehmensintern zu wenig oder kein filmtheoretisches Wissen vorhanden ist. Ein Gespür für Filmdramaturgie erfordert völlig andere Herangehensweisen, um die gewünschte kommunikative Wirkung zu erhalten als beispielsweise bei rein textorientierten PR-Instrumenten. Nicht jeder Kommunikationsprofi hat automatisch die Fähigkeit, filmisch denken zu können.

Was die Auswahl der Protagonisten und Drehorte betrifft, herrscht mehr Einigkeit: Die meisten Unternehmen treffen diese Entscheidungen selbst. Dieses Ergebnis verwundert nicht. Bei Filmen aus und über die Wirtschaft wird oft im Unternehmen gedreht und mit eigenen Mitarbeitenden vor der Kamera gearbeitet. Die jeweilige Eignung kann das Unternehmen oftmals selbst treffen, weil es mit den eigenen Räumlichkeiten und Mitarbeitenden besser vertraut ist als externe Dienstleister.

Der Arbeitsschritt der Produktion umfasst den effektiven Drehvorgang und die Nachbearbeitung. 15 von 41 Unternehmen produzieren komplett in Eigenregie. Diese Zahl mag erstaunen, wenn man bedenkt, dass der Umgang mit Kamera, Ton, Licht und Farben im Film viel Erfahrung und technisches Grundwissen erfordern. Je nach Qualitätsanspruch an das Bewegtbild ist jedoch mehr oder weniger Produktionswissen gefragt. Zwölf Unternehmen gaben an, semiprofessionelle Webvideos einzusetzen. Die Hypothese, Schweizer Unternehmen würden ihr Bewegtbild vorwiegend von externen Dienstleistern erstellen lassen, ist somit nicht bestätigt und wird falsifiziert. Noch weniger ausgelagert wird die Nachbearbeitung der Webvideos. Damit sind Arbeiten wie beispielsweise Schnitt, Text und Vertonung gemeint. Dass es Unternehmen gibt, die das Bewegtbild extern produzieren lassen und die Nachbearbeitung danach selbst übernehmen, erstaunt mich. Gerne hätte ich hier nachgehakt, um mehr über die Beweggründe zu diesem Vorgehen zu erfahren. Weniger erstaunlich sind die Ergebnisse für die Arbeitsschritte Publikation, Distribution und Evaluation. Sie finden mehrheitlich vollständig intern oder vorwiegend intern statt. Wie genau, wird in den nächsten Blogeinträgen genauer unter die Lupe genommen.

Bei der Folgefrage, wieso Arbeitsschritte häufig ausgelagert werden, wurde jeweils 21 mal „Zeit fehlt“ und „Know-how fehlt“ angekreuzt (Mehrfachnennung möglich). Die Antwortmöglichkeit „Sonstiges, und zwar:“ wurde 18 mal, meist zusätzlich gewählt. Hier wurde fehlender Wille, Mut und fehlende Professionalität erwähnt. Auch wenn durch den technologischen Fortschritt bereits mit günstigen Kameras Aufnahmen in hochauflösender Qualität möglich und Schnittprogramme ab einem kleinen Budget erhältlich sind, wurde fehlendes Equipment von fünf Teilnehmern als Grund hingeschrieben.

Die Behauptung, dass die Arbeitsschritte beim Erstellen von Videos hauptsächlich wegen fehlendem Know-how ausgelagert werden, kann nicht eindeutig bestätigt werden. Genauso häufig ist fehlende Zeit ein Kriterium.

Fazit Entstehung

In der Untersuchung konnte festgestellt werden, dass im Entstehungsprozess eines Webvideos vor allem die Arbeitsschritte vor und nach der Produktion mehrheitlich unternehmensintern stattfinden. Damit Videos tatsächlich in Eigenregie realisiert werden können, brauchen Unternehmen personelle Ressourcen mit dem entsprechenden Know-how.

Grundsätzlich spielt es keine Rolle, welche Arbeitsschritte bei der Entstehung von Webvideos selbst und welche von externen Dienstleistern übernommen werden. Es sollte zuerst immer eine ganzheitliche Betrachtung des audiovisuellen Auftritts stattfinden, um im Anschluss geeignete Strukturen zu schaffen. Wenn ein schriftliches Konzept vorhanden ist, müssen die Grundfragen nicht bei jeder Videoproduktion neu beantwortet werden. Dies spart Zeit, Geld und Nerven. Gleichzeitig kann ein Flickwerk von Webvideos ohne Zusammenhang vermieden werden.

Rund 54 Prozent der Unternehmen haben keine schriftliche Bewegtbildstrategie. Aus meiner Sicht ist dieses Ergebnis sehr ernüchternd. Den passenden Film bei der passenden Zielgruppe zum richtigen Zeitpunkt am geeignetsten Ort präsentieren: Hier ist Strategie gefragt. PR-Videos sind ein Kommunikationsinstrument und sollen strategisch in die Kommunikationsplanung des gesamten Unternehmens integriert werden.

Morgen im Blog, Teil 4 von 6: 

Wie setzen Schweizer Unternehmen Bewegtbild in der Online-Kommunikation ein?

19 Sep

Untersuchungsergebnisse zu Einsatzgebiete und Anwendungsformen

Um diese forschungsleitende Fragestellung zu beantworten, wurden die Unternehmen gefragt, in welchen Bereichen der Unternehmenskommunikation sie ihre Onlinevideos einsetzen. Webvideos von Schweizer Unternehmen finden ihre grösste Anwendung im Social Media-Bereich. 36 von 41 Unternehmen kommunizieren mit ihren Bewegtbildinhalten auf sozialen Plattformen und Netzwerken wie Facebook, Twitter und YouTube. Mit 31 Unternehmen nutzt ein Grossteil Webvideos für den Corporate Publishing-Bereich. Erstaunlicherweise nutzen mehr als die Hälfte der Teilnehmer Webvideos für ihre Medienarbeit. Videomaterial für Journalisten wird häufiger eingesetzt als erwartet. Die dritte Hypothese, welche davon ausgeht, dass nur wenige Schweizer Unternehmen ihre Webvideos für die Medienarbeit nutzen, muss daher falsifiziert werden. Da sich Journalisten mehr Bewegtbild von Unternehmen wünschen (vgl. Theorieteil in Bachelorthesis), bin ich davon ausgegangen, dass dieses Bedürfnis noch zu wenig gestillt wird. Jedoch liegt dieser Bereich fast gleich auf wie derjenige der internen Kommunikation, worunter beispielsweise Schulungsvideos oder Infovideos im Intranet fallen.

Zudem erhielten die Unternehmen die Möglichkeit, bei der Antwort „Sonstiges, und zwar:“ individuell weitere Bereiche anzugeben. Diese Funktion wurde sehr zurückhaltend genutzt. Lediglich sechs Teilnehmer äusserten weitere Anwendungsbereiche. Drei davon setzen Webvideos im Eventbereich ein, um beispielsweise eine Veranstaltung anzukündigen.

Weit abgeschlagen hingegen ist ein anderes Einsatzgebiet: Nur vier Unternehmen nutzen das Instrument für ihre Investor Relations. Auch unter dem Umstand, dass nicht alle Unternehmen Investoren haben, sehe ich hier mehr Potenzial für den Einsatz. Im Vergleich zu trocken erscheinenden Jahresbilanzen in schriftlicher Form besteht mit Bewegtbild die Chance, Quartalszahlen, Unternehmensakquisitionen und ähnliches sehr modern und visuell attraktiv zu präsentieren.

In welchen Bereichen der Unternehmenskommunikation setzt das Unternehmen (n=41) Onlinevideos ein? Mehrfachnennung möglich

In welchen Bereichen der Unternehmenskommunikation setzt das Unternehmen (n=41) Onlinevideos ein? Mehrfachnennung möglich

Mit der vierten Hypothese wird davon ausgegangen, dass Grossunternehmen Webvideos in mehr Bereichen der Unternehmenskommunikation einsetzen als KMU. Als Grundlage für die Messung dienten die Teilbereiche aus der vorherigen Grafik sowie die anfänglich Skalierung der Unternehmensgrössen. Die Auswertung zeigt, dass Grossunternehmen durchschnittlich in rund vier Teilbereichen der Unternehmenskommunikation mit Webvideos arbeiten, während sie bei KMU in nur rund zwei Teilbereichen eingesetzt werden. Die aufgestellte Hypothese kann somit verifiziert werden. Die Grafik gibt Aufschluss über die genauen Zahlen der Messung.

Anzahl Teilbereiche

Anzahl Teilbereiche

Der Online-Fragebogen enthielt offene Frage „Was beinhalten ihre Videos?“. Die Antworten darauf sind vielseitig, lassen sich aber oftmals den Kategorien zuordnen, welche im Theorieteil meiner Bachelorarbeit beschrieben sind. Ich habe die Antworten analysiert und kategorisiert. In nachfolgender Tabelle sind die Nennungen nach absteigender Häufigkeit festgehalten.

Kategorisierung nach Inhalt der Videos

Kategorisierung nach Inhalt der Videos

Daraus ist ersichtlich, dass es sich bei den meisten Webvideos um Firmen-, Filial- und Agenturvideo handelt – in diesem Sinn auch oft Image- oder Unternehmensvideos genannt. Touristikvideos sind am wenigsten vertreten. Dies ist jedoch darauf zurückzuführen, dass lediglich zwei Teilnehmer dieser Untersuchung in der Tourismusbranche angesiedelt sind.

Fazit Einsatzgebiete und Anwendungsformen

Quer durch alle Branchen und Unternehmensgrössen erobern Videos das Web. Die Einsatzgebiete sind dabei so vielfältig wie die Unternehmenskommunikation selbst. Im Social Media-Bereich wird am häufigsten mit Bewegtbild gearbeitet: Rund 88 Prozent der befragten Unternehmen verbreiten ihre Webvideos in sozialen Netzwerken. Sogar die Hypothese – nur wenige Schweizer Unternehmen nutzen Webvideo für ihre Medienarbeit – konnte falsifiziert werden. Auffallend ist, dass es sich bei den meisten Bewegtbildangeboten um Firmen-, Filial- und Agenturvideo zu handeln scheint. Aber gerade für den Medien- und Social Media-Einsatz können auch andere Arten (vgl. Bachelorthesis Theorieteil) sehr vielversprechend sein.

Für die Inhaltsgestaltung ist eine Fokussierung des Einsatzbereiches notwendig. Nur Videos, die dem Zuschauer einen Nutzen bieten, werden positiv wahrgenommen und weiterempfohlen. Dieser Nutzen ist für einen Kunden meist ein anderer als für einen potenziellen Mitarbeitenden oder Journalisten. Deshalb soll vor jeder Produktion klar definiert werden, welche Botschaft mit dem geplanten Webvideo transportiert werden soll und welche Dialoggruppe(n) im Web gezielt angesprochen werden.

Morgen im Blog, Teil 3 von 6: Wie entstehen Webvideos für Schweizer Unternehmen? Vielen DANK für Ihr Interesse 🙂 !

Aus welchen Gründen setzen Schweizer Unternehmen Webvideos ein?

18 Sep

Die Ergebnisse meiner Untersuchung zum Thema Ziele

Gemäss Umfrageresultaten sind die Gründe für den Einsatz von Webvideos bei Schweizer Unternehmen verschieden. Trotzdem kristallisiert sich bei allen Teilnehmenden klar heraus, welchen Mehrwert ein Webvideo für das Unternehmen selbst bieten soll: Emotionalere Informationsvermittlung.

Ein weiterer Mehrwert wird ebenfalls von allen als eher wichtig eingestuft: Die Erreichung internetaffiner Zielgruppen. Die folgende Grafik zeigt zusammenfassend auf, welche Mehrwerte die 41 Unternehmen am höchsten priorisieren. Nur selten wurde eine der aufgeführten Mehrwerte als absolut nicht zutreffend eingestuft.

Welchen Mehrwehrt sollen die Onlinevideos für das Unternehmen (n=41) bieten?

Welchen Mehrwehrt sollen die Onlinevideos für das Unternehmen (n=41) bieten?

Im Gegensatz zur ersten Grafik, welche sich mit den Mehrwerten von Webvideos für Unternehmen beschäftigt, fokussiert die zweite den Mehrwert für die Nutzer von Webvideos aus Sicht der Unternehmen. Die Hypothese, dass der Nutzer durch Webvideos vor allem informiert werden soll, kann verifiziert werden. Jedoch gilt zu erwähnen, dass die Unternehmen auch Bildung, Unterhaltung, das Erklären von komplexen Themen und die Vermittlung von Hintergrundwissen für erstrebenswert halten.

Welcher Mehrwert soll für Nutzer entstehen? (n=41)

Welcher Mehrwert soll für Nutzer entstehen? (n=41)

Die offene Frage „Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie an Ihr Online-Bewegtbild in der PR-denken?“ haben insgesamt 33 von 41 Unternehmen beantwortet. Wie erwartet wurde das Schlagwort Emotionen sehr oft genannt: es ist bei rund 35 Prozent aller Antworten vertreten. Die Vorteile von Bewegtbild gegenüber reinem Text oder Fotos sind den Unternehmen sehr präsent. Man möchte keine „verfilmten Medienmitteilungen“. Es scheint ihnen bewusst zu sein, dass die medienspezifischen Eigenschaften berücksichtigt werden müssen, damit ein Webvideo für die Zielgruppe attraktiv wird. Die Zielgruppenrelevanz wird von einem Teilnehmer passend beschrieben: „Wir als Unternehmen müssen uns fragen, wer welche Inhalte sucht und zu welchem Thema mehr erfahren will. Medienschaffende haben andere Bedürfnisse als Endkonsumenten und interne Stakeholder haben einen anderen Wissensstand als externe Dialoggruppen.“ Für viele gilt, dass Webvideos glaubwürdig, authentisch, einfach und verständlich die gewünschten Emotionen und Botschaften transportieren sollen.

Schlussfolgerung Beweggründe

Durch den Einsatz von Webvideos erhoffen sich die Schweizer Unternehmen vor allem eine emotionalere Informationsvermittlung. Ihr Bewegtbild soll glaubwürdig und authentisch die gewünschten Emotionen transportieren und sie so attraktiv und modern bei der internetaffinen Zielgruppe repräsentieren. Um die Vorteile des Instruments zu nutzen und dem Zuschauer ein visuelles Erlebnis zu bieten, braucht es jedoch mehr als nur eine verfilmte Medienmitteilung. Kreativität und Unterhaltungswert der Webvideos sind entscheidend für den Erfolg, denn im Internet entscheidet der User innert weniger Sekunden, was er sehen will und was nicht. Unternehmen, die über kein internes Filmwissen verfügen, tun gut daran, externe Dienstleister beizuziehen.

Kurze Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse

17 Sep

Die Ergebnisse der Untersuchung möchte ich abschliessend für den Blog kurz zusammenfassen. Jedes Thema erhält in Verlauf dieser und nächster Woche einen eigenen Blogeintrag mit einer Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse. Zur Übersicht:

Forschungskonzept

Die Basis der empirischen Untersuchung bilden 41 vollständig ausgefüllte Fragebögen von Schweizer Unternehmen und Institutionen. Alle haben in den letzten 2 Jahren mindesten 10 PR-Videos online gestellt. Die Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen. 56% der Teilnehmer arbeiten in einem Grossunternehmen, 44% in KMU.

Innerhalb des Fragebogens wurden die Teilnehmenden jeweils nach ihrer Position im Unternehmen gefragt. Das Ergebnis zeigt, dass sie meist in der Online-Kommunikation tätig sind. Die grosse Vielfalt der unterschiedlichsten Berufsbezeichnungen:

Die Ergebnisse zum ersten Thema „Beweggründe für Bewegtbild“ sind ab morgen online.

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