Studien über Bewegtbild im Internet

17 Mrz

Bewegtbild im Internet boomt – deswegen gibt es auch schon einige Studien dazu – und ich habe sie für meine Bachelorarbeit alle durchleuchtet ;). Lange gings, aber war auch sehr spannend! So habe ich zum Beispiel gelesen, dass es 50-mal wahrscheinlicher ist, mit einem Video auf der ersten Seite bei Google zu laden als mit einem Textlink. Das haben Analysten von Forrester herausgefunden (MovingIMAGE24, 2011). Schon jetzt ist zu beobachten, dass das Internet zunehmend zu einem audio-visuellen Medium wird. Dieser Trend wird anhalten. Die Prognosen des US-Netzwerkausrüsters Cisco gehen sogar soweit, dass im Jahr 2014 über 91 Prozent des Internet-Traffics auf Video-Nutzung zurückzuführen sein wird. Es wird über eine Milliarde Online-Video-User geben und die Gesamtspielzeit aller 2014 übertragenen Videos wird etwa 72 Millionen Jahre betragen.

Statistiken und Studien müssen sein...Das Medienkonsumverhalten schlägt sich auch auf die Unternehmenskommunikation nieder. Bis heute setzen aber nur wenige Schweizer Unternehmen Onlinevideos als PR-Instrument ein. Die Bewegtbildstudie 2010 nennt Informationsdefizite, hohe Kosten und schwierige Erfolgskontrollen als Hauptgründe. Andere versuchen diesem Trend zu folgen indem sie in interessante und unterhaltsame Videos investieren. Denn Videos können begeistern, sind emotional, erregen Aufmerksamkeit und vermitteln Persönlichkeit. Kommunikationsfachleute können mit Hilfe von bewegten Bildern komplexe Dienstleistungen und Sachverhalte besser visualisieren und ihre Zielgruppen spezifisch ansprechen. Auch für die Medienarbeit können Onlinevideos eingesetzt werden. Rund 25 Prozent von 1‘412 befragten Journalisten aus Deutschland wünschen sich Videomaterial von ihren Zulieferern aus der PR-Welt. Doch wer Chancen nutzen möchte, muss die Besonderheiten des Bewegtbildes kennen. Im zuge meiner Bachelorarbeit möchte ich herausfinden wie Unternehmen, die Onlinevideos bereits für die PR einsetzen, das Instrument beurteilen, wie sie es einsetzen und welche Ziele verfolgt werden. Werbeformate finden dabei keine Beachtung – man soll sich ja einschrenken ;).

Zu einer der wichtigsten Studien für meine Thesis zähle ich die Bewegtbildstudie 2008 der Universität Leipzig. Ihr Partner war news aktuell, ein Unternehmen der dpa-Gruppe. Unter der Leitung von Prof. Dr. Ansgar Zerfass (Kommunikationsmanagement) und PD Dr. Harald Rau (Journalistik) wurde eine empirische Untersuchung zur Nutzung von Video-Content im Internet durchgeführt. Schriftlich befragt wurden insgesamt 2`400 Journalisten und Public Relationsverantwortliche aus Deutschland. Die wichtigsten Ergebnisse, im Hinblick auf die Bachelorarbeit, sind folgende:

  • PR-Verantwortliche beziehen das Bewegtbild vorwiegend von externen      Dienstleistern und haben bislang      wenige Ressourcen. Im Bereich Kommunikationsmanagement/PR setzen nur 32 Prozent auf interne      Kompetenzen. Es gibt einen klaren Mangel an Know-how, insbesondere bei der      Produktion und Nachbearbeitung. Der Verzicht auf Kompetenzen und      Ressourcen könnte sich als Bumerang erweisen, wenn der Markt wächst. Journalisten hingegen produzieren      zumeist selbst. Interessant ist, dass jedes dritte Unternehmen, das seine      Webvideos derzeit extern bezieht, sich eigenes Know-how aufbauen möchte.      Entsprechend optimistisch sind auch die Zukunftsprognosen: Neun von zehn      Befragten gehen davon aus, dass Webvideos immer wichtiger werden.
  • Die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Bewegtbild-PR im      Internet sind einfache Publikations- und Distributionsmöglichkeiten sowie      intelligente Konzepte. Handlungsbedarf besteht allerdings in allen      Bereichen der Produktions- und Verwertungskette.
  • Bei den Befragten, die kein Videomaterial anbieten, sind      im Kern zwei verschiedene Argumentationsmuster identifizierbar: Als      Hindernisse werden einerseits operative Vorbehalte wie Aufwand,      Schwierigkeitsgrad und geringes Rezipienteninteresse genannt. Andererseits      seien es strategische Gründe wie Mangel an Mehrwert, Konzepten und      Zugriffen.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse zeigen, dass der Bewegtbildkommunikation in Zukunft eine noch grössere Bedeutung prognostiziert wird. Die Kosten für die Produktion des eigenen Bewegtbildmaterials sinken. Es ist davon auszugehen, dass deshalb immer mehr Unternehmen eigenes Know-how aufbauen möchten – wie SBB Cargo.

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