Erste Woche und Aufgabe bei SBB Cargo

12 Mrz

Meine erste Woche als Praktikantin in der Kommunikation bei SBB Cargo neigt sich dem Ende entgegen. Die vielen neuen Eindrücke, Gesichter und Namen liessen die Zeit wie im Flug vergehen. Auch für mein Team war es eine spezielle Woche: Am Freitag fand die Taufe der ersten von dreissig bestellten Hybridloks  inklusive Pressekonferenz statt. Alle waren mit den Vorbereitungen beschäftigt. Trotz der hektischen Zeit wurde ich mit Blumen und einer Willkommenskarte am Arbeitsplatz empfangen. Die ersten Begegnungen mit meinen Kollegen waren sehr herzlich. Es ist echt erleichternd wenn man so nett begrüsst wird. Auch das Bürogebäude find ich grosse Klasse und muss kurz erwähnt werden. Ich mag das Ambiente von Grossraumbüros ja schon seit meiner Lehrzeit, aber in einem so speziellen habe ich wohl noch nie gearbeitet: Direkt neben dem Bahnhof, mit transparenter Fassade, entworfen von den Architekten Herzog & de Meuron.

Diese Woche war mein Arbeitsplatz aber nicht nur drinnen sondern mehrheitlich auf einem der grössten und leistungsfähigsten Rangierbahnhöfe Europas: Der Rangierbahnhof Limmattal. Anlass dafür war die bereits erwähnte Taufe der Hybridlok Eem 923. Bewaffnet mit einer Flipcam, einem Stativ, Mut, oranger Weste und Stahlschuhen filmte ich den Event. Meine Aufgabe: Bilder der Taufe für die internen Infoscreens einfangen. Die Herausforderung: Die Infoscreens sind ohne Ton. Viele Produzenten sagen „der Ton macht den Film“. Und jetzt beim Schneiden muss ich sagen, das hat was! Wenn ich mir die Sequenzen ohne Ton anschaue ist es irgendwie komisch. Man achtet auf ganz andere Dinge und Emotionen rüber zu bringen ist echt schwierig. Zudem ist eine Flipcam nunmal keine professionelle Kamera und ich keine ausgebildete Kamerafrau. Aber wenn ich bedenke, dass das ganze ja semiprofesionell sein darf – nein sogar soll – dann bin ich mit der Ausbäute ganz zufrieden. Der praktische Einstieg in mein Bachelorthema wäre somit geschafft. Mein Praktikumsziel ist es ja, eine Strategie für das semiprofesionelle Bewegtbild der SBB Cargo zu entwickeln. Dabei geht es um eine authentische, informative und unterhaltsame Darstellung von Personen, derer Arbeitsabläufe und der Vermittlung von Wissen. Die Videos werden sich deutlich vom typischen Imagefilm oder Werbespot unterscheiden: Konzeptionell, produktionstechnisch und hinsichtlich der verfügbaren Mittel. Anstatt mit professionellen Schauspielern und ausgebildeten Sprechern inszenierte Bilder zu zeigen, stehen zum Beispiel die Mitarbeiter mit eigenen interessanten Geschichten im Mittelpunkt. Im Hintergrund agiert auch keine externe Produktionsfirma mit Filmcrew, sondern ein Mitarbeiter der Kommunikation, der in Eigenregie mit einfachen Mitteln (Flipcam und kostenloses Schnittprogram) selbst produziert. Toll, dass ich schon in der ersten Woche praktische Erfahrungen auf diesem Gebiet machen konnte. So kann ich wichtige Inputs für die Erstellung des Konzeptes sammeln.

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